Segeln im Norrtäljeviken
Auf dem Weg nach Norrtälje durften wir den etwa 10 Seemeilen langen Norrtäljeviken entlang. Es ist ein schönes Fahrwasser. So schön es aber auch sein mochte, wir hatten unsere Probleme mit dem Segeln. Von den Schären Winddrehungen gewohnt, konnten wir uns dies hier kaum erklären. Der Norrtäljeviken führt fast schnurgerade 10 sm nach West. Wir hatten südlichen Wind? Auf jeden Fall segelten wir nur unter Fock bei südlichem Wind unsere 5 kn. Plötzlich flatterte die Fock im Fahrtwind. Es war absolut gar kein Wind. Dann Wind aus Nord. Abermals 5 kn Fahrt nur unter Fock. Der Wind drehte auf Ost und wieder auf Süd. Dann mal wieder kein Wind und wir trieben dahin. Kurz vor dem Motor anwerfen, lagen wir vor Starkwind dann fast auf der Seite. Also doch kein Motor. Dieses Spiel mit ständig drehenden Winden ging bis Norrtälje. Winddrehungen in den Schären sind sicher völlig normal, aber so viel in schneller zeitlicher Folge wie im Norrtäljeviken, hatten wir bis dahin nicht erlebt. Einem schwedischem Segler vor uns, welcher mit Genua und Großsegel unterwegs war, schoss in den Wind und legte anschließend eine Halse hin. Der Baum schlug plötzlich ohne Großschot um sich. Diese war gerissen.
Auf dem Rückweg war es recht konstanter Wind aus westlichen Richtungen, wobei auch immer wieder Winddrehungen vorkamen.
Im Hafen von Norrtälje passierte uns dann folgendes: An Heckpfählen liegend lösten wir beim Ablegen die leewärtigen Festmacher. Ein wenig rausgezogen. Zweiten Festmacher vom Heckpfahl und rückwärts eingekuppelt. Vordere Luv-Leine solange wie möglich gefiert, als plötzlich der Wind um 180 Grad drehte. Wir hatten aber bereits Fahrt und konnten unsere Tongji dadurch halten. (Auch mit Hilfe der Heckpfähle und Scheuerleiste.) Sekunden vorher diese 180 Grad Winddrehung und wir hätten quer in der Box gestanden. (Es war kein lauer Windzug, sondern dies waren gut 4 Bft von der Seite, welche plötzlich aus der entgegengesetzten Richtung kamen.)



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